Von guten (Innovationen) und schlechten (Opel) Subventionen

von Dr. Walter Döring - Juli 2009

Kaum waren die stehenden Ovationen für Angela Merkel in den Vereinigten Staaten verklungen, die Türen der Bundeswehrmaschine für den Rückflug noch nicht richtig geschlossen, da kam die Botschaft von General Motors, die die Kanzlerin und die ganze Bundesregierung eiskalt erwischte: Opel bleibt bei GM, allen Rettungsversuchen und Milliarden-Krediten von Bund und Ländern zum Trotz!

 

Wieder zeigt sich in kaum zu überbietender Klarheit: Der Staat kann es nicht richten, die Marktgesetze lassen sich nicht so einfach aushebeln, nur weil man vor der Bundestagswahl keine Opel-Pleite haben wollte. Gerade bei Opel zeigt sich auch die grundsätzliche Ungerechtigkeit von solchen staatlichen Subventionen: Opel soll mit „Staatsknete“ gerettet werden. Der Wettbewerber – nehmen wir mal VW an – erhält nichts, erfährt aber eine staatliche Wettbewerbsverzerrung, gerät vielleicht gerade deshalb nun selbst in Schwierigkeiten, und dann? Erfolgt dann auch der Ruf nach dem Staat?

 

Die Spirale geht weiter: Immer mehr Steuermittel, aber mit welchem Ergebnis? Und was bekommt dabei der Mittelstand ab, um nur auch einmal diese Frage zu stellen? Denn, wer zahlt das denn alles: Die Mittelständler, die von diesen Riesensubventionen nie was zu sehen bekommen.

 

Also wieder alles falsch gemacht bei Opel? Sehr wahrscheinlich: ja. Wieder nichts gelernt? Auf jeden Fall: ja! Der Fall Holzmann mit dem vermeintlichen Retter Gerhard Schröder liegt gerade einmal zehn Jahre zurück: Der damalige Kanzler ließ sich als „Retter von Holzmann“ feiern – drei Jahre später war Holzmann wieder pleite, diesmal endgültig, jetzt aber zusätzlich noch mit hohen Verlusten an Steuergeldern! Oder Nokia, oder gerade erst Quelle, für die Bayerns Ministerpräsident Seehofer ebenso populistisch wie völlig unsinnig 50 Millionen an Steuergeldern rauswarf: Alles vergebens, alles „umsonst“, nicht umsonst aber für den deutschen Steuerzahler.

 

Subventionen sind ja nun nicht grundsätzlich falsch; es gibt durchaus sinnvolle. Alle Hilfen für Innovationen, die z. B. dem Schutz der Umwelt, dem Klima, der Energieeinsparung dienen, kurz: die Energie- und Umwelttechnologien voranbringen, um uns weniger abhängig zu machen z. B. von russischem Erdgas.

 

Und natürlich sind hier auch alle Fortschritte im medizinischen Bereich zu nennen. Alle technologischen Weiterentwicklungen sind zunächst mit einem gewissen Risiko des Gelingens verbunden. Wenn der Staat hier zur Risikominimierung mit Subventionen oder auch „Anschubfinanzierungen“ einspringt, dann kann dies sehr sinnvoll sein, da sonst die Innovationen vielleicht gar nicht erforscht bzw. entwickelt würden – zum Nachteil von uns allen.

 

Und wenn dann solche Subventionen auch noch zeitlich befristet gewährt und obendrein auch noch mit Rückzahlverträgen ausgestaltet werden, dann können, nein: dann sind Subventionen ausgesprochen sinnvoll und willkommen!  

 

© Dr. Walter Döring



Döring's Blog - Innovation statt Subvention
Döring’s Blog – Juli 2009 - Innovationen[...]
PDF-Dokument [27.5 KB]

Kontakt

Für Terminvereinbarungen
und Anfragen erreichen Sie uns unter


E-Mail

 

Nutzen Sie auch gerne unser

 

Kontaktformular

Döring's Blog

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen

© 2017 Dr. Walter Döring Consulting