Der Mittelstand zieht den Karren!

von Dr. Walter Döring - Mai 2009

Die deutsche Wirtschaft wird die gegenwärtige Krise nicht nur überstehen, sondern auch gestärkt aus ihr hervorgehen, unabhängig davon, ob vermeintliche Schwergewichte wie Opel oder Schaeffler noch gerettet werden oder nicht. Die wirklichen Entscheidungen über unsere Zukunft werden nämlich weder in Frankfurt an der Börse noch in Berlin getroffen, sondern in den vielen eher unscheinbaren Büros und Betriebsstätten der mehr als drei Millionen Firmenchefs, Selbständigen und Freiberuflern.

 

Während das Gejammer der „Großen“ die Medien füllt und sie nach dem Staat rufen, wachsen gerade jetzt wieder viele Mittelständler über sich hinaus. Da brechen größere Aufträge weg, werden „Linien gekürzt“ und treue Kunden durch Insolvenz ausfallen, aber diese mittelständischen Unternehmer machen sich auf den Weg, sich aus eigener Kraft aus der schwierigen Lage zu befreien. Einige von ihnen werden es nicht schaffen, und an die Stelle dieser etwa 30 000 werden 100 000 mutige und risikofreudige Gründer treten und alles geben, um den Karren aus der Misere herauszuziehen.

 

Viele dieser Mittelständler, die mit Haus und Hof für ihr Unternehmen haften und ohne riesige Abfindungen zurechtkommen müssen, wenn es schief geht, nutzen die Chance der Krise: Sie nutzen freie Zeit für Weiterbildungsprogramme, weil sie wissen, dass sie bestausgebildete Mitarbeiter brauchen, wenn die Konjunktur wieder anzieht.

 

Sie verbessern Arbeitsabläufe: Jetzt, da die Maschinenparks und Werkshallen nicht voll ausgelastet sind, können Unternehmer mit ihren Betriebsleitern einen überprüfenden Blick auf die Betriebsabläufe werfen und die nun vorhandene Zeit nutzen, um die internen Abläufe effizienter zu gestalten.

 

Sie sortieren die Belegschaft neu. Experten gehen in vielen mittelständischen Unternehmen von einem sogenannten „strukturellen Personalüberhang“ aus. Arbeitsrechtler empfehlen, die Krise auch dazu zu nutzen, gezielt solchen Mitarbeitern zu kündigen, die entgegen ihres Leistungsvermögens wenig oder keine Leistung bringen und sich zulasten der anderen „vornehm zurückhalten“.

Und sie rekrutieren Fachkräfte, die von den großen Unternehmen im Zeichen der Krise „freigesetzt“ werden. Jetzt, da die Entlassungswellen bei Großkonzernen losgehen, kommen wieder junge, gut ausgebildete Fachkräfte auf den Arbeitsmarkt.

 

Vor allem verzichten die vorausschauenden Mittelständler auf Einsparungen an den falschen Stellen: Ausbildung, Forschung und Entwicklung, Mitarbeiterbindung und zukunftsorientierte Planung werden auch weiterhin Gross geschrieben, weil man auf kurzfristige „Erfolge“ zugunsten langfristiger Sicherung des sich meistens in Familienbesitz befindenden Unternehmens setzt.

 

Gerade jetzt, in den Zeiten der Krise, sollten wir auf den Mittelstand setzen, denn er zieht auch jetzt wieder den Karren!              

 

© Dr. Walter Döring



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