Soziale Berufe haben Zukunft und verdienen eine bessere Bezahlung!

von Dr. Walter Döring - November 2009

Es ist noch keine zwei Jahr her, da gab es im Grunde nur einen Beruf, der als absolut zukunftssicher und auch noch mit besten Aussichten auf hohes Sozialprestige und überdurchschnittliche Bezahlung galt: der des Ingenieurs.

Zwar haben Ingenieure auch heute noch Perspektiven, aber die Finanz- und Wirtschaftskrise mit bisher nicht gekannten Auswirkungen auf die geringe Auslastung von Automobil – und auch Maschinenbauern hat auch hier ihre Spuren hinterlassen: Waren die Ingenieure vor der Krise die am meisten nachgefragten Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt, so steigt jetzt auch bei ihnen die Zahl der Kurzarbeiter und selbst der Arbeitslosen, während sich andere Berufsgruppen kontinuierlich steigender Nachfrage erfreuen: Die sozialen Berufe!  

 

Der Ruf nach einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf führt zu der Forderung nach mehr Angeboten von Ganztagsbetreuung für die Kinder, was einen erheblichen Mehrbedarf an Erzieherinnen zur Folge hat, denn keine Kommune kann und will es sich mehr leisten, wegen mangelnder Kinderbetreuungseinrichtungen auf den Zuzug junger Familien verzichten zu müssen. Die aktuellen Streiks von Erzieherinnen und Erziehern mit der unerfreulichen Folge der Schließung von Kindertagesstätten belegen das gewachsene Selbstbewusstsein dieser nachgefragten, weil dringend benötigten Berufsgruppe.

 

Der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen wird zunehmen, und damit die positiven Zukunftsaussichten der Erzieherinnen und Erzieher. Für ihre vergleichsweise lange Ausbildung muss das Berufsbild allerdings mindestens hinsichtlich Aufstiegsmöglichkeiten reformiert werden, um es attraktiver zu gestalten.

 

Gleiches gilt für die Altenpfleger und Krankenschwestern: Eine alternde Gesellschaft ist vermehrt auf Sorge- und Pflegekräfte angewiesen. Nach der im November 2008 vorgestellten Trendstudie der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e. V. „Gut umsorgt zu Hause im Jahr 2020“wird die Zahl der Pflegebedürftigen im Land bis 2020 um rund ein Drittel auf dann 300 000 ansteigen. Der Anteil der von ambulanten Diensten Betreuten wird um 40% zunehmen. Diese Zahlen zeigen den gewaltigen Bedarf und zugleich die Perspektiven eines zukunftssicheren Berufs im Altenpflegebereich auf.

 

Und auch die Sozialpädagogen können – zugegeben wegen einer im Kern wenig erfreulichen Entwicklung in unserer Gesellschaft - von glänzenden Berufsaussichten ausgehen: Experten erwarten mehr Hartz-IV-Familien; die Bedeutung von Sozialarbeit wächst kontinuierlich.

 

Zusammengefasst: Die Bundesagentur für Arbeit hat im ersten Halbjahr 2009 die meisten offenen Stellen festgestellt bei Altenpflegern, Krankenschwestern, Erzieherinnen und Sozialarbeitern. Wir brauchen sie dringend. Soziale Berufe haben offensichtlich hervorragende und sichere Perspektiven, aber wann sehen wir ein, dass diese für unsere Gesellschaft so wichtigen Berufe nicht nur verbale Anerkennung, sondern auch ein angemessenes Einkommen verdienen, damit sich möglichst viele für diese sozialen Berufe entscheiden?  

 

© Dr. Walter Döring



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