China sichert sich auch die Rohstoff-Vorherrschaft

von Dr. Walter Döring - November 2010

Die Weltmacht China, deren Führer US-Präsident Obama als mächtigsten Mann der Welt abgelöst hat, baut seine Vorherrschaft unaufhörlich weiter aus und beherrscht nun auch den Rohstoffmarkt und hier vor allem die Herrschaft über die für die westliche Industrie so wichtigen seltenen Erden.

 

Chinas Handelsministerium hat am 2. November 2010 ganz bewusst die Exportquoten für die Ausfuhr der seltenen Erden gedrosselt und damit einmal mehr die westliche Industrie das Fürchten gelehrt. Die Industrie muss um eine stete Versorgung mit den Rohstoffen bangen. Diese werden für Zukunftstechnologien wie Solarzellen, Windkraftturbinen und Elektromotoren benötigt. China besitzt von diesen seltenen Erden 97% der Weltproduktion – und bei jeder Verknappung steigen die Preise ins Unendliche. Nach einem ausführlichen Bericht der Financial Times Deutschland dürfte die chinesische Vormachtstellung noch einige Jahre andauern. Zwar verfügen auch die GUS-Staaten und die USA sowie Australien über bedeutende Reserven, aber bis da jeweils die volle Abbaukapazität erreicht ist, bestimmt China auf diesem wichtigen Feld die Weltmärkte geradezu absolut.

 

Die Bedeutung dieser Seltenerdmetalle geht z. B. daraus hervor, dass man sie auch in Katalysatoren, Leuchten, Batterien, Motoren und Magneten findet. Vor allem die Produzenten von Hybridfahrzeugen zählen zu den Großabnehmern, die sie in den Antrieben und Batterien verbauen. Da in immer mehr Produkten diese Seltenerdmetalle zum Einsatz kommen, kann das Angebot die Nachfrage nicht befriedigen, zumal es Jahre dauert, bis neue Vorkommnisse erschlossen werden können.

 

Die durch Innovationen seither gesicherte Vorrangstellung der westlichen Welt war schon immer von den Rohstoffen aus anderen Teilen der Welt abhängig, aber noch nie zuvor so einseitig wie jetzt von Chinas seltenen Erden. Die gewohnte Weltordnung gerät mehr und mehr ins Rutschen: Hin zu den Rohstoff-Besitzern, weg von deren Verarbeitern.

 

Neben der Erschließung neuer Lagerstätten liegen aber auch große Chancen, so Röttger, Jäkel und Grotjahn in der FTD, auch im Recycling von Leuchtmitteln, Solarzellen, Festplatten und Magneten.

 

Industrieverbände und Politik suchen nach Lösungen: „Der Präsident der Deutschen Industrie, Professor Hans-Peter Keitel, rät den deutschen Unternehmen daher, ihre Technologie mit China gegen Rohstoffe zu tauschen. Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sagte, jetzt seien mutige Unternehmer gefragt. Sowohl ihm als auch Entwicklungsminister Dirk Niebel schweben Partnerschaften der Industrie mit Entwicklungs- und Schwellenländern vor: Unternehmer sollen helfen, ein Land zu entwickeln – und dafür an dessen Rohstoffreichtum beteiligt werden.“

 

All diese Überlegungen und Maßnahmen brauchen Zeit, viel Zeit sogar, und bis dahin wird China seine Vorherrschaft weiter ausbauen – mit Sicherheit nicht nur bei den seltenen Erden, sondern auch wirtschaftlich und politisch und weiterhin engagiert am künftigen „asiatischen Zeitalter“ arbeiten.

 

© Dr. Walter Döring



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