Deutschland schafft in der Krise ein Jobwunder!

von Dr. Walter Döring - April 2010

Mit der massiven Förderung der Kurzarbeit ging der Staat mitten in der Krise ein hohes fiskalisches Risiko ein, das sich aber zum Vorteil aller mehr als gelohnt hat: Die Kurzarbeiterregelung wird weltweit als die eigentliche Quelle des „deutschen Jobwunders“ betrachtet. Es gibt ja nun wirklich nicht viele Beispiele aus der Arbeitsmarktpolitik, in denen beherzte staatliche Interventionen zu sichtbaren Ergebnissen führen, wie Dietrich Creutzburg zu recht im „Handelsblatt“ feststellte. Von den 800 000 Kurzarbeitern wären einige Hunderttausend arbeitslos, wenn ihre Unternehmen nicht die vom Staat geförderte Kurzarbeit in Anspruch nehmen würden.

 

Die Kurzarbeit-Regelung ist also ein Volltreffer. Diese Bewertung gilt auch dann noch, wenn man die Kostenseite mit ins Kalkül zieht: Die Bundesagentur für Arbeit wird rund zehn Milliarden Euro bis Ende 2012 eingesetzt haben, um von der Krise hart getroffene Unternehmen von Entlassungen abzuhalten. Natürlich ist das enorm viel Geld. Aber jede Alternative wäre schlechter und auch teurer gewesen: Ohne diese Arbeitsplatzsicherungsmaßnahme wäre die Arbeitslosigkeit dramatisch angestiegen, und die öffentlichen Kassen hätten weit mehr „bluten“ müssen als durch die Kurzarbeiter-Regelung.

 

Die Kurzarbeit hat vielen Unternehmen spürbare Kostenentlastungen in der Personalwirtschaft – bei Kündigungs- und Rekrutierungskosten – beschert. Dort, wo die Nachfrage schon wieder anzieht, so Creutzburg, führt dies nun zu steigenden Gewinnen und vor allem auch zu wachsenden Zahl rentabler Arbeitsplätze.

 

Dies lässt sich heute schon konkret belegen: Die führenden Forschungsinstitute erwarten für Deutschland eine baldige Rückkehr zur Rekordbeschäftigung des Jahres 2008. Die sozialpflichtige Beschäftigung soll deren Aussagen zufolge 2011 mit 27,53 Millionen einen neuen Rekord erreichen. Die Arbeitslosenquote wird auf immer noch zu hohe, aber deutlich gesunkene 7,9 Prozent zurückfallen.

 

Gewerkschaften und Arbeitgeber haben gemeinsam mit der Politik um die Verlängerung der Kurzarbeit gerungen und sie hatten und haben gute Argumente auf ihrer Seite: Noch 2009 sagten Arbeitsmarktexperten einen Anstieg der Arbeitslosenzahl auf über fünf Millionen voraus. Davon spricht heute niemand mehr.

 

Selbst die Vier-Millionen-Grenze wird wohl nicht erreicht, wie Arbeitsministerin von der Leyen jüngst erklärte. Realistischer Weise geht man für 2010 von einer Zahl zwischen 3,5 und 3,7 Millionen Arbeitlosen aus.

 

Bei allem Erfolg der Kurzarbeit mahnt Flora Wisdorf aber in der WELT zu recht: Nun wäre es an der Zeit, in der Arbeitsmarktpolitik umzusteuern: Weg von alleinigen Maßnahmen zum Arbeitsplatzerhalt hin auch zu Instrumenten, die arbeitslose Menschen wieder in Arbeit bringen. Wir brauchen zu Absicherung des deutschen Jobwunders mehr Betreuung und Qualifizierung für die, die heute noch ohne Arbeit sind. Die gelungene Kurzarbeiter-Regelung hat gezeigt, dass es wirkungsvolle Lösungen geben kann, wenn alle an einem Strang ziehen!

 

© Dr. Walter Döring



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