Es gibt doch noch gute Nachrichten: Sie kommen wieder zurück nach Deutschland!

von Dr. Walter Döring - Februar 2010

Was haben der Weltmarktführer bei Motorsägen, das Waiblinger Familienunternehmen Stihl, der weltbekannte Plüschtierhersteller Steiff aus Gingen an der Brenz und drei hochqualifizierte Forscher aus Nordrhein-Westfalen gemeinsam?

 

Die Antwort ist eine sehr gute Nachricht für Deutschland: Sie alle kehren zurück an Ihre deutschen Ausganspunkte: Stihl verlagert Teile der Produktion aus Brasilien zurück in die Heimat, Steiff hat ebenfalls seine Produktion zurückgeholt und sagt „Nie wieder China“, und der nordrhein-westfälische Innovationsminister Andreas Pinkwart wirbt ganz offensiv und mit ersten Erfolgen deutsche Spitzenforscher aus dem Ausland ab.

 

Der Vorstandsvorsitzende von Stihl, Bertram Kandziora, erklärt zu der Rückholaktion seines Hauses: „ Unser Motiv war nicht, die Kostensituation von Stihl zu optimieren, sondern die Beschäftigungssituation in Deutschland zu stabilisieren.“ Aber natürlich kamen weitere nüchterne Fakten hinzu: Nachteile wie Fracht, Zoll und Steuern. Auch wenn die Verlagerung zurück aus Brasilien nicht gleich einen gewaltigen Arbeitsplatzgewinn für Deutschland bedeutet, so ist sie doch ein sehr ermutigendes Signal, zumal es sich bei Stihl um einen Weltmarktführer und ein Unternehmen aus Deutschlands „erster Reihe“ handelt.

 

Bei Steiff handelt es sich nicht nur um eine teilweise Verlagerung, sondern um eine komplette Umkehr: „ Volle Kraft zurück!“, schrieb enable, das „Magazin für Unternehmer“ der Financial Times Deutschland, und fügte – im Kern damit die Begründung für diese Kehrtwende gleich in einem Satz zusammenfassend – hinzu: „ In China ist alles billiger, dachten sie bei Steiff, aber das sah man den Plüschtieren auch an.“ Und weiter ist zu hören und zu lesen: „ Die Steiff-Kontrolleure sortierten vor Ort schiefe Visagen und andere Problembären aus. Sitzt etwa ein Glasauge nur einen Millimeter schief, schaut ein Kuschelbär nicht mehr treuherzig, sondern starrt vor sich hin. Acht bis zwölf Monate dauert es, bis man in der Lage ist, in der höchsten Ansprüchen genügenden Qualität und notwendigen Produktivität Steiff-Tiere zu fertigen. Das hat in China nie geklappt.“

 

Einen weiteren sehr interessanten Aspekt lieferte Martin Frechen, der Geschäftsführer von Steiff: „ Was wir vor allem unterschätzt hatten, waren unsere eigenen Fähigkeiten. Wir hatten gedacht, so ein Stofftier kann nicht so schwer herzustellen sein.“

 

Und das Gute an diesen guten „Rückkehrer-Nachrichten“ ist, dass es sich bei Stihl und Steiff nicht um Exoten handelt: Nach einer Studie des Karlsruher Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung kommt auf drei Verlagerer mittlerweile ein Rückkehrer, und ist die Produktionsverlagerung ins Ausland auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gesunken.

 

Und nicht nur Unternehmen kehren dem Ausland den Rücken: Zunehmend lassen sich auch Spitzenforscher zur Rückkehr nach Deutschland bewegen, wenn ihnen hier optimale Forschungsmöglichkeiten geboten werden. So sind Forscher mit internationalem Ruf nach Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt, nachdem man ihnen dort die Bedingungen für ein erfolgreiches Forschen und Entwickeln deutlich verbessert hat.

 

Gute Nachrichten, die man in all der weit verbreiteten Negativstimmung und Tristesse nicht übersehen sollte!

 

© Dr. Walter Döring



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